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InnerPulse vs Apple Health: Mehr als State of Mind

Apple Health hat seit iOS 17 State of Mind, Depressionsrisiko und Angstrisiko eingebaut, kostenlos, auf jedem iPhone. Warum überhaupt noch einen Drittanbieter-Mood-Tracker? Hier die ehrliche Gegenüberstellung.

Apples Health-App hat mit iOS 17 State of Mind, Depressionsrisiko und Angstrisiko eingebaut und ist damit auf jedem iPhone die Default-Schicht für Mood-Tracking. Kostenlos, vorinstalliert, Apple-designed. Wer einen Drittanbieter-Mood-Tracker anschaut und denkt "warum eine App installieren, wenn mein iPhone das schon hat?", stellt die richtige Frage.

Die Antwort ist: Apple Health und InnerPulse sind für wirklich unterschiedliche Aufgaben gebaut. Diese Seite zeigt den Unterschied im Format, das zählt - was jedes Tool gut kann, was nicht, und welches du wirklich brauchst.

Dimension InnerPulse Apple Health State of Mind
Gebaut für Laufender Therapie-Companion Punktueller Mental-Health-Check
Preis Einmalig 4,99 € Gratis (eingebaut)
Instrumente PHQ-9, GAD-7, PHQ-4, K10 Depressionsrisiko (PHQ-9-ähnlich), Angstrisiko (GAD-7-ähnlich), State-of-Mind Mood-Log
Häufigkeit der Tests Nach deinem Takt (täglich, wöchentlich, monatlich) Empfohlen alle 2-4 Wochen
Stimmungs-Dimensionen 1-10 + 5 Subdimensionen (Energie, Ruhe, Fokus, Schlaf, Sozial) Valenz + Arousal (positiv/negativ × Intensität)
Kontext-Faktoren 85+ vordefiniert + Korrelations-Engine Aktivitäten (gemeinsam mit Health) aber keine Korrelationsanalyse
Trend-Analyse 7-Tage, 30-Tage, 90-Tage; Faktor-Korrelation Zeitverlauf; keine Faktor-Korrelation
Klinischer Export CSV-Export im Format für Arzt/Therapeutin In-App-Übersicht; kein für Klinik gebauter Export
Datenspeicher Auf dem Gerät, keine eigene Cloud-Synchronisation (iCloud-Backup optional) iCloud-Sync als Default (deaktivierbar)
Commitment Für tägliche Nutzung gebaut Für unregelmäßige Check-ins gebaut

Was Apple Health echt gut kann

Apples Mental-Health-Features sind ein großer Schritt für iOS-User, und drei Sachen daran sind exzellent:

  • Es ist schon da. Null Reibung, null Installation, null Einarbeitung. Jede:r mit iOS 17+ kann in zwei Minuten einen Depressionsrisiko-Check machen, ohne überhaupt darüber nachzudenken.
  • Die Risiko-Fragebögen sind solide. Depressionsrisiko und Angstrisiko basieren auf PHQ-9 bzw. GAD-7. Die Implementierung ist klinisch sorgfältig - Ergebnisse werden als Risiko-Kategorien gezeigt, nicht als Diagnosen, mit passenden "Hilfe suchen"-Hinweisen.
  • State of Mind als allgemeine Awareness-Schicht. Einmal am Tag in wenigen Sekunden "angenehm + ruhig + 5" oder "unangenehm + aufgewühlt + 3" loggen ist ein sanfter Einstieg in Mood-Bewusstsein für Menschen, die keine eigene App installieren würden.

Für viele User reicht das. Wer nur gelegentliche Mental-Health-Checks will und im Apple-Ökosystem lebt, braucht kein InnerPulse. Apple Health erledigt den Job.

Wo Apple Health bewusst limitiert ist

Apples Mental-Health-Features sind für die allgemeine Bevölkerung gebaut, nicht für Menschen in aktiver Behandlung. Das formt, was sie nicht können:

  • Keine häufigen Wiederholungen. Apples UX schubst dich aktiv weg von wöchentlichen PHQ-9/GAD-7-Wiederholungen. Die Instrumente werden als periodische Screener präsentiert, nicht als Tools, um Medikamenten-Response Woche für Woche zu tracken.
  • Keine Korrelationsanalyse. State of Mind loggt Stimmung, sagt dir aber nicht, welche Aktivitäten, Schlafmuster, Arbeitsbelastungen oder sozialen Kontexte deine Stimmung vorhersagen. Apple Health hat die Daten; es zeigt die Muster nicht.
  • Kein klinischer Export. Es gibt keinen "CSV-Export für meine Therapeutin"-Button. Deine Daten sind in der Health-App sichtbar, aber nicht in einem Format, das für Klinik-Übergabe designed ist.
  • Kein K10. Das Instrument, das für allgemeine psychische Belastung (K10) zählt, ist nicht dabei. Für Depression und Angst allein deckt Apple ab. Für ein volleres Bild nicht.
  • Keine PMDS-Zyklus-Überlagerung. Apple Health kann einen Mood-Chart und einen Perioden-Chart zeigen, erzeugt aber nicht die Zyklusphasen-Korrelation, die für eine PMDS-Diagnose nötig ist.

Das sind keine Bugs - das sind Produkt-Entscheidungen. Apples Haftungs-Profil erlaubt es nicht, einen "Therapie-Companion" zu versenden, den Menschen als medizinischen Rat fehlinterpretieren könnten. InnerPulse lebt bewusst in diesem Raum.

Die vier konkreten Unterschiede

1. Punktuell vs längsschnittlich

Apple Health gibt dir einen Depressionsrisiko-Score an diesem Dienstag. Machst du ihn in drei Wochen nochmal, bekommst du einen weiteren Score. Zwei Punkte in einer Liste.

InnerPulse gibt dir einen PHQ-9-Verlauf mit wöchentlichen Datenpunkten, verknüpft mit deiner täglichen Stimmung, deinen täglichen Faktoren und deinem Medikamenten-Zeitstrahl. Der Vergleich ist nicht zwei Scores; es ist eine Entwicklung.

ApplePunktuell

Zwei Punkte in einer Liste: "8. April - moderates Risiko" und "29. April - moderates Risiko." Periodisches Screening, nichts dazwischen.

InnerPulseLängsschnittlich

Eine durchgehende Linie: tägliche Stimmung, wöchentlicher PHQ-9/GAD-7/K10, Faktor-Overlays, Medikamenten-Zeitstrahl. Die Entwicklung ist die Diagnose.

InnerPulse wöchentlicher PHQ-9- und GAD-7-Fragebogen-Flow

2. Drei Instrumente vs fünf

Apple Health: State of Mind (Valenz + Arousal), Depressionsrisiko (PHQ-9-ähnlich), Angstrisiko (GAD-7-ähnlich).

InnerPulse: PHQ-9 (Depression), GAD-7 (Angst), PHQ-4 (schneller Wochencheck), K10 (allgemeine Belastung + Agitation). Besonders K10 füllt eine Lücke - Reizbarkeit, Agitation und allgemeine psychische Belastung zeigen sich nicht immer im PHQ-9 alleine, was einer der Gründe ist, warum PMDS- und SSRI-Response-Fälle davon profitieren.

3. Isolierte Stimmung vs Faktor-Korrelation

Apple Health State of Mind zeigt deine Stimmung über Zeit, und du kannst Aktivitäten parallel ansehen. Aber du musst das Muster selbst erkennen.

InnerPulse führt die Korrelation automatisch aus. Es zeigt Dinge wie "deine Stimmung ist an Tagen mit 7+ Stunden Schlaf um 1,8 Punkte höher" oder "Koffein nach 15 Uhr geht mit schlechterer Stimmung am nächsten Morgen einher". Das ist die Arbeit, die Apple Health nicht erledigt.

InnerPulse CSV-Export für den Klinik-Termin - das Artefakt, das Apple Health nicht produziert

4. Isolierte Nutzung vs klinische Übergabe

Apple Healths Daten leben in deiner Health-App. Wenn du sie mit einer Therapeutin teilen willst, machst du einen Screenshot von einem Chart. Für Casual-Nutzung okay.

InnerPulse generiert einen klinisch-stilisierten CSV-Export: PHQ-9-, GAD-7-, K10-Verläufe; Faktor-Korrelationen; Mood-Timeline. Gebaut, um im 15-Minuten-Termin auf den Tisch zu legen, lesbar wie etwas aus einer Studie, nicht wie aus einer Consumer-App.

Wer bei Apple Health alleine bleiben sollte

  • Du bist psychisch gesund und willst nur gelegentlich einchecken.
  • Du willst null Reibung und wenig Apps auf dem Handy.
  • Du bist nicht in Therapie, nimmst kein Psychopharmakon und vermutest kein spezifisches Muster wie PMDS oder Bipolarität.
  • Quartalsweise Depressionsrisiko/Angstrisiko-Checks reichen dir, keine wöchentliche oder tägliche Tracking-Routine.

Sei hier ehrlich mit dir. Wenn State of Mind reicht, spar die 4,99 € und hör hier auf zu lesen.

Wer InnerPulse ergänzen sollte

  • Du bist gerade in Therapie, zwischen Terminen oder wartest auf einen Platz.
  • Du hast ein Psychopharmakon begonnen (SSRI, SNRI, Stimmungsstabilisator) und musst wissen, ob es wirkt.
  • Du vermutest PMDS oder ein zyklus-gekoppeltes Stimmungsmuster und brauchst zwei Zyklen prospektiver Daten.
  • Du hast eine Diagnose (Depression, Angst, Bipolarität, Burnout) und willst deine eigene Reaktion auf Interventionen tracken.
  • Du hast Apple Health State of Mind probiert und wolltest mehr - mehr Instrumente, mehr Tiefe, echte Korrelation, einen exportierbaren Report.
  • Du willst, dass deine sensiblen Mental-Health-Daten nie dein Handy verlassen, nicht mal nach iCloud.

Der kombinierte Workflow

Du musst dich nicht entscheiden. Viele InnerPulse-User nutzen Apple Health State of Mind weiter für den Casual-Tipp pleasant/unpleasant und InnerPulse für den wöchentlichen PHQ-9/GAD-7 und die Faktor-Korrelation. Beide beantworten unterschiedliche Fragen in unterschiedlicher Frequenz.

Wer vereinfachen will: InnerPulse ersetzt die Depressionsrisiko- und Angstrisiko-Funktion vollständig, mit mehr Tiefe und besserem Export. State of Mind (Valenz + Arousal Schnell-Log) lohnt sich trotzdem zu behalten, weil zwei Taps und vorinstalliert.

Was Apple Health ehrlich nicht kann

Konkret: Apple Health kann aktuell das Artefakt, das im Therapie-Folgetermin am nützlichsten ist, nicht erzeugen. Eine Therapeutin fragt "wie ging es Ihnen, seit wir die Dosis erhöht haben?" und will eine Zahl. InnerPulses CSV-Export liefert einen PHQ-9-Verlauf von 18 → 14 → 11 → 8 über sechs Wochen. Apple Health liefert dir einen Chart und die Fähigkeit, ihn verbal zu beschreiben. Für einen 15-Minuten-Termin sind das unterschiedliche Werkzeuge.

Das ist der praktische Fall für einen Drittanbieter-Mood-Tracker in einer iOS-Welt: Apple erledigt den Screener-Job gut, aber nicht den laufenden Evidenz-Job.

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