Das ist der Use Case, für den InnerPulse ursprünglich gebaut wurde. Die Ausgangsbeobachtung war simpel: die durchschnittliche Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz in Deutschland liegt bei 142 Tagen. In diesen Monaten ist man meist auf sich selbst gestellt - keine Struktur, kein Instrument, keine Evidenz von Symptom-Mustern für die erste Sitzung. Und sobald die Therapie läuft, wird der 15-Minuten-Folgetermin oft zu einem "wie ging's Ihnen?" aus dem Gedächtnis beantwortet. Diese Daten-Lücke kann ein gut designter Mood Tracker füllen.
InnerPulse ist das Werkzeug für diesen Job. Kein Ersatz für Therapie. Ein Begleiter.
Warum der Mood Tracker, den die meisten nutzen, in Therapie nicht funktioniert
Die meisten Mood Tracker (Daylio, Moodflow usw.) sind für die allgemeine Bevölkerung designed - casual Mood-Awareness, Emoji-Ratings, Aktivitäten-Logging. Sie sind gebaut, um simpel und consumer-friendly zu sein. Dieses Design macht sie per Definition nicht geeignet für klinische Arbeit. Eine Therapeutin, die einen Screenshot deines Daylio-Charts bekommt, kann damit wenig anfangen - die Rating-Skala ist proprietär, der Vergleich zu klinischen Normen unmöglich, und die Stimmungs-Zusammenfassung bildet keine diagnostischen Kriterien ab.
InnerPulses Kernunterschied ist, dass es dieselben Instrumente nutzt, die deine Therapeutin nutzt. PHQ-9 (Depression). GAD-7 (Angst). PHQ-4 (schneller Wochencheck). K10 (allgemeine psychische Belastung). Das sind die Skalen aus peer-reviewten Journals, routinemäßig in Grundversorgung und psychiatrischer Praxis weltweit genutzt. Wenn dein Kliniker einen PHQ-9-Score von 14 sieht, weiß er genau, was das bedeutet.
Die drei klaren Therapie-Companion-Anwendungsfälle
1. Während der Wartezeit auf einen Therapieplatz
Deutschland hat mit die längsten Therapie-Wartelisten Europas - im Schnitt 142 Tage vom Erstantrag bis zur ersten Sitzung (Bundespsychotherapeutenkammer, 2024). Andere europäische Länder sind nicht viel besser. Für die wartende Person ist diese Phase oft die schlimmste: du hast entschieden, dass du Hilfe brauchst, du kannst sie noch nicht bekommen, und es gibt keine Struktur.
Was InnerPulse bietet:
- Täglicher Mood-Score (10 Sekunden) gibt jedem Tag Struktur. Zu loggen "ich war heute bei 4/10" ist selbst ein kleiner Reflexionsakt.
- Wöchentlicher PHQ-9/GAD-7 erzeugt eine Symptom-Schwere-Baseline. Wenn der Therapieplatz frei wird, gehst du mit drei Monaten wöchentlicher Scores rein statt mit einem vagen "mir ging's schlecht".
- Faktor-Korrelation beginnt, Fragen zu beantworten. Ist Schlaf der größte Hebel? Arbeitsstress? Sozialkontakt? Bis zur ersten Sitzung hast du bereits Hypothesen, die du prüfen lassen kannst.
2. Während der aktiven Therapie
Gute Therapie ist endlich - meist 12-50 Sitzungen über 6-24 Monate, je nach Verfahren und Schwere. Zwischen den Sitzungen passiert der meiste echte Wandel - und auch der meiste Rückfall. InnerPulse ist für Zwischen-den-Sitzungen:
- Symptom-Tracking zwischen Sitzungen. Deine Therapeutin kann dich bitten, auf bestimmte Symptome oder Situationen zu achten, und du hast ein Werkzeug, um sie systematisch zu erfassen.
- Hausaufgaben-Verbindlichkeit. Wenn deine Therapeutin eine ACT-Übung, eine Liste zur Verhaltensaktivierung oder ein Schlafhygiene-Protokoll aufgegeben hat - Faktoren tracken, ob du es tatsächlich gemacht hast, und der Stimmungs-Trend zeigt, ob es geholfen hat.
- Trend-Zusammenfassungen für Folgetermine. Jede Sitzung ist produktiver, wenn sie mit "hier der PHQ-9-Verlauf seit letztem Mal" beginnt statt mit "wie ging's Ihnen?"
3. Medikamenten-Einstellung
Die sechs- bis acht-wöchige SSRI-Studie ist eine der schwersten Dinge, aus dem Gedächtnis zu bewerten. Hat das Medikament geholfen? War das Nebenwirkungsprofil okay? Sollen wir auf 20 mg? Diese Entscheidungen verdienen Daten, keine Eindrücke. Wir haben eine eigene Seite zum Medikamenten-Tracking für diesen spezifischen Workflow.

Der CSV-Export: was er konkret enthält
Das ist das Artefakt, das die meisten User am wertvollsten finden. Nach ein paar Wochen Tracking kann InnerPulse einen CSV-Export erstellen, der enthält:
- PHQ-9-Verlauf - jeden wöchentlichen Score in einem Chart, mit eingefärbten klinischen Schweregrad-Bändern.
- GAD-7-Verlauf - dasselbe für Angst.
- K10-Verlauf - allgemeine psychische Belastung über Zeit.
- Mood-Timeline - deine täglichen Mood-Scores mit 7-Tage-Rollierung.
- Top-Faktor-Korrelationen - die 5-10 Faktoren mit stärkster Assoziation zu höheren und niedrigeren Stimmungs-Tagen.
- Datums-gefilterte Zusammenfassung - du kannst "letzte 30 Tage" für eine einzelne Sitzung oder "letzte 90 Tage" für ein Quartals-Review exportieren.
Das Format ist bewusst clean. Kein Branding, kein Marketing, kein "InnerPulse empfiehlt". Gebaut, um in die klinischen Notizen einer Therapeutin neben ihrer eigenen Dokumentation zu passen. Mehrere Therapeut:innen, die frühe Versionen sahen, fanden es gut, dass es wie ein Studien-Output aussieht, nicht wie ein Consumer-App-Export.
Für Therapeut:innen: was InnerPulse dir bietet
Wenn du Therapeut:in bist und das liest, die Kurzversion: InnerPulse ist gebaut, um empfehlbar zu sein ohne Haftungsbedenken. Konkret:
- Keine medizinischen Claims. Die App beschreibt sich als Reflexions-Companion. Sie diagnostiziert, verschreibt und empfiehlt keine Behandlung.
- Validierte Instrumente. Du kannst dich darauf verlassen, dass PHQ-9-Scores in der App korrekt berechnet und gegen die publizierten Schweregradsbänder gescort werden.
- Kein Daten-Zugriff für uns. Wir sehen die Daten deines Patienten nicht. Keine Cloud, kein Server, kein Account. Die App ist rein lokal auf dem Handy. Du musst dir keine Sorgen machen, was wir mit den Daten tun, weil wir nichts mit ihnen tun können.
- Privacy-First ist das Verkaufsargument für Patient:innen. Der höchste Reibungsmoment, wenn du eine Tracking-App empfiehlst, ist dass dein:e Patient:in denkt "meine Therapeutin wird meine Logs lesen". InnerPulse löst diese Reibung auf - die App hat keine eigene Cloud, keinen Account, kein serverseitiges Logging. Die einzige geräteexterne Kopie, die es je gibt, ist ein iCloud-Backup, das dein:e Patient:in in iOS bewusst aktiviert (und pro-App ausschließen kann). Die Daten erreichen weder uns noch Dritte.
- CSV-Export mit Einzelfragen-Granularität. Wenn deine Praxis Tabellen-Tracking oder eine klinische Software nutzt, können Patient:innen ihre Daten in einem Format exportieren, mit dem du arbeiten kannst.
- Einmalpreis. Du kannst es Patient:innen mit schmalem Budget mit reinem Gewissen empfehlen. Einmalig 4,99 €, kein Abo, keine Upsells.
Wenn du es selbst mit einem Promo-Code probieren oder ein 15-Minuten-Feedback-Gespräch führen willst, sind wir ernsthaft interessiert. Schreib an marvin.blome@gmail.com. Das ist ein echter Outreach-Kanal für InnerPulse, kein Marketing-Pitch.
Das Produktprinzip, das du kennen solltest
Jede Produkt-Entscheidung in InnerPulse läuft durch eine einzige Regel: die App muss sich emotional leicht zu öffnen anfühlen, auch an einem schlechten Tag. Ein Therapie-Companion darf nicht gleichzeitig ein Drucksystem sein. Das Prinzip führt zu konkreten Entscheidungen:
- Keine Streaks. User, die während einer depressiven Episode einen Tag verpassen, brauchen keine "Streak zerbrochen"-Benachrichtigung, die alles schlimmer macht.
- Keine "vervollständige deinen Log"-Nörgelei. Ein verpasster Tag ist in Ordnung. Das Tool ist an guten und schlechten Tagen da, ohne Urteil.
- Faktoren sind optional. Wer Energie für den vollen Log hat, kann ihn machen. Wer nicht, loggt nur den Mood-Score - das Minimum sind zwei Taps.
- Das Onboarding ist bewusst kurz. 90 Sekunden. Je länger das Onboarding, desto mehr Menschen in Krise installieren die App, werden überwältigt und deinstallieren, bevor sie den ersten Eintrag loggen.
- Keinerlei Gamification. Mentale Gesundheit ist kein Spiel.
Das ist das Gegenteil der meisten Mood-Tracking-Apps, die auf Engagement-Metriken optimiert sind. InnerPulse ist auf die härtere Frage optimiert: öffnet die User:in die App auch in Woche 12 noch?

Praktischer Workflow: die ersten 30 Tage
Tag 1-7: Täglich Mood loggen (10 Sekunden). Einmal zu Wochenbeginn PHQ-9 und GAD-7. Faktoren noch nicht - die tägliche Log-Gewohnheit reicht.
Tag 8-21: Faktoren hinzufügen beim Loggen. Anfangen mit den einfachen - Schlaf, Sport, Koffein. Nicht versuchen, alles zu erfassen. Wöchentlich PHQ-9 und GAD-7.
Tag 22-30: Die Charts werden nützlich. In den "Faktoren"-Tab schauen und sehen, welche mit der Stimmung korrelieren. Wöchentlichen K10 für breitere Belastungs-Abdeckung hinzufügen.
Nach 30 Tagen: Ersten CSV-Export erstellen. Wenn ein Therapietermin ansteht, mitbringen. Wenn nicht, für das eigene Verständnis nutzen.
Weiterführend
- InnerPulse für Medikamenten-Tracking - der sechs-Wochen-SSRI-Workflow.
- InnerPulse für PMDS - der zwei-Zyklen-prospektive-Tracking-Workflow.
- Wie InnerPulse funktioniert - der volle App-Walkthrough.
- Was tatsächlich wie ein Antidepressivum wirkt - 25 nicht-medikamentöse Hebel.
Loslegen
InnerPulse kostet einmalig 4,99 € im App Store. Kein Abo, keine Cloud, kein Account. Gebaut von Marvin Blome als Solo-Indie-Projekt. Der beste Einstieg, wenn du es probieren willst: installieren, eine Woche loggen, dann entscheiden, ob der klinische Screening-Ansatz zu deiner Art passt, deine mentale Gesundheit zu verstehen.
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