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InnerPulse für Medikamente: Wirkt dein Antidepressivum?

Objektive Daten für die sechs bis acht Wochen, in denen du entscheiden musst, ob dein SSRI, SNRI oder anderes Psychopharmakon hilft - oder ob es Zeit für einen Wechsel ist.

Ein Psychopharmakon zu beginnen oder zu wechseln ist hart, weil die Bewertung - wirkt das? - meist aus dem Gedächtnis erfolgen muss. SSRIs brauchen vier bis acht Wochen, bis ein Effekt sichtbar wird. Deine Psychiaterin fragt "wie geht's Ihnen seit dem Start?" und die meisten Menschen können sich ehrlich nicht erinnern. Genau diese Lücke füllt InnerPulse.

Diese Seite geht darum, InnerPulse für eine konkrete Aufgabe zu nutzen: tracken, ob ein Psychopharmakon wirkt, mit objektiven Daten, die im 15-Minuten-Folgetermin standhalten.

Warum Erinnerung nicht reicht

Es gibt ein bekanntes Problem mit Medikamenten-Folgeterminen: Patient:innen vergessen, wie schlimm es am Anfang war. Nach vier Wochen auf einem SSRI erinnerst du dich nicht mehr an das spezifische Gewicht der Morgen in Woche 1. Du erinnerst nur "war schlimm." Das Medikament hat vielleicht viel, wenig oder gar nicht geholfen - und du kannst ohne Baseline nicht unterscheiden.

Psychiater:innen nennen das Recall Bias. Deshalb ist der klinische Standard für Medikamentenversuche prospektive Symptommessung - PHQ-9 bei Baseline, in Woche 2, Woche 4, Woche 8. So bewerten echte Studien, ob ein Medikament wirkt. Dasselbe Protokoll kannst du auf dich selbst anwenden.

Wie die ersten acht Wochen aussehen

Empfohlene Studiendauer für einen SSRI oder SNRI: 6-8 Wochen bei therapeutischer Dosis, bevor du "wirkt" oder "wirkt nicht" sagen darfst. Hier die InnerPulse-gestützte Version:

Tag 0 (Baseline): PHQ-9 und GAD-7 in der App machen. Alles andere Relevante notieren - Schlaf, Appetit, aktuelle Stressoren. Das ist dein "Vorher"-Snapshot.

Tag 1-14 (Einstellphase): Täglicher Mood-Score (10 Sekunden). Nebenwirkungen als Faktoren loggen: "Übelkeit", "Schlaflosigkeit", "sexuelle Nebenwirkungen", "Kopfschmerz", "emotionales Flach-Fühlen". InnerPulse trackt, welche bleiben und welche verschwinden.

Tag 14: Zweiter PHQ-9 und GAD-7. Üblicherweise zu früh für echten Mood-Effekt, aber das Nebenwirkungsmuster ist schon sichtbar.

Tag 15-42 (therapeutisches Fenster): Tägliches Loggen läuft weiter. Wöchentlich PHQ-9/GAD-7. Das ist der Zeitraum, in dem echte Veränderung auftauchen sollte, wenn das Medikament wirkt.

Tag 42-56: Dritter und vierter wöchentlicher PHQ-9/GAD-7. Du hast jetzt 4-5 Datenpunkte auf den Skalen plus 40+ tägliche Mood-Scores. CSV exportieren.

Folgetermin: CSV mitbringen. Deine Psychiaterin bekommt sechs Wochen numerische Daten im Format, das sie in der Klinik verwendet.

Warum das den "wie geht's?"-Ansatz schlägt

Ein typischer Folgetermin fragt "wie ging es Ihnen seit dem Start?" Du antwortest aus dem Gedächtnis, unter Druck eines 15-Minuten-Slots. Die Psychiaterin muss eine Dosis-Entscheidung aus einer Zusammenfassung treffen, die du in 90 Sekunden gemacht hast.

Mit einem CSV-Export, das zeigt:

  • PHQ-9 ging von 18 über 14 und 11 auf 8 in sechs Wochen
  • GAD-7 ging von 12 über 11 und 9 auf 8
  • Übelkeit verschwand in Woche 3
  • Schlaflosigkeit bleibt
  • Mood-Score-Trend: +1,4 über Baseline

…ändert sich das Gespräch. Du hast Evidenz. Die Psychiaterin sieht, was wirklich passiert, statt dich zu bitten, sechs Wochen in einem Satz zusammenzufassen.

PHQ-9-Response-Kurve, typische 6-Wochen-SSRI-Studie

Ein 10-Punkte-Abfall ist Remission; 5 Punkte sind klinisch bedeutsame Response. Das will deine Psychiaterin sehen.
Woche 0
18
Woche 2
14
Woche 4
11
Woche 6
8
Woche 8
6

Welche InnerPulse-Features zählen hier

InnerPulse MoodRing mit 4-Wochen-PHQ-9-Verlauf - die Ansicht, die eine Psychiaterin im Folgetermin sehen will

1. Medikament als Faktor

Medikamentenname und Dosis als Faktor eingeben. InnerPulse korreliert es mit dem Mood-Trend. Bei Dosisänderung neue Version hinzufügen. Über drei Monate zeigt der Faktor-Chart deine Stimmungsreaktion auf jeden Titrationsschritt.

2. Nebenwirkungs-Tracking

Häufige SSRI/SNRI-Nebenwirkungen sind als Faktoren trackbar: Übelkeit, Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, sexuelle Funktionsstörung, emotionales Flach-Fühlen, Gähnen, GI-Symptome. Jede bekommt eigenen Häufigkeitszähler - beim Folgetermin weißt du: "Übelkeit war da Tag 1-10, dann weg. Schlaflosigkeit besteht. Sexuelle Nebenwirkungen ab Woche 4."

3. PHQ-9-, GAD-7- und K10-Verläufe

Das sind die Instrumente, die Psychiater:innen tatsächlich nutzen. Deine Zahlen sind direkt vergleichbar mit dem, was sie in der Klinik messen würden. Ein 5-Punkte-Abfall im PHQ-9 ist klinisch bedeutsame Response. Ein 10-Punkte-Abfall ist Remission. Der K10 erfasst allgemeine Belastung und Agitation - Dimensionen, die SSRIs langsamer senken als Kern-Depression. Sie separat zu tracken verhindert eine voreilige "wirkt nicht"-Schlussfolgerung in Woche 4.

4. Der CSV-Export

Wie bei PMDS: exportierbar, professionell, passt zu klinischen Instrumenten. Im Termin überreichen.

InnerPulse CSV-Export-Vorschau - PHQ-9-, GAD-7- und Faktor-Korrelations-Zusammenfassung für den 15-Minuten-Folgetermin

Was du damit eigentlich beantwortest

Nach acht Wochen kannst du und deine Psychiaterin klar beantworten:

  • PHQ-9 um 5+ Punkte gefallen? Ja → Medikament wirkt. Nein → du gehörst wahrscheinlich zu den 30-40% der Patient:innen, die auf die erste Wahl nicht ansprechen und einen Wechsel oder eine Augmentation brauchen.
  • Nebenwirkungen akzeptabel? Manche verschwinden, andere nicht. Sie separat vom Mood zu tracken ist wichtig - Mood-Erholung kann bleibende Nebenwirkungen überdecken.
  • Dosis-Wirkungs-Muster? Falls deine Stimmung nach Erhöhung von 10 mg auf 20 mg besser wurde, siehst du den Übergang in den Daten. Nützlich für die Frage, ob weiter hoch zu gehen.
  • Mood-Besserung und - an was lag's? Mit Faktor-Tracking siehst du oft: "Mood stieg, aber auch Schlaf, Sport und Lichtexposition" - so lassen sich Medikamenten- und Lebensstileinflüsse auseinanderhalten.

Was das nicht ist

  • Kein Ersatz für deine Psychiaterin. Dosisänderungen, Wechsel, Augmentation - klinische Entscheidungen. InnerPulse liefert dir und der Klinikerin bessere Daten dafür.
  • Keine medizinische Beratung. Setz nie ein Psychopharmakon eigenmächtig ab oder reduziere es anhand von Mood-Tracking allein. SSRI-Absetzsyndrom ist real. Immer mit der verschreibenden Ärztin koordinieren.
  • Keine Heilung für therapieresistente Depression. Wenn du drei Medikamente probiert hast und keines wirkte, ändert Mood-Tracking das nicht - aber es macht den Fall sauberer, wenn du zu einer Spezialistin gehst.

Weiterführend

Loslegen

InnerPulse kostet einmalig 4,99 € im App Store. Kein Abo, keine Cloud, kein Account. In fünf Minuten eingerichtet, acht Wochen loggen, CSV exportieren, zum Folgetermin mit Evidenz statt Erinnerung. Das ist der ganze Workflow.

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