MindDoc ist in Deutschland eine der bekanntesten Apps, wenn es um seelische Gesundheit mit klinischem Anspruch geht. Sie ist medizinisch positioniert, als Medizinprodukt (CE) eingestuft, kombiniert ein laufendes Stimmungs-Monitoring mit Fragebögen und bietet geführte Kurse und Übungen im Therapie-Stil. Das alles läuft über ein Konto und eine Cloud, finanziert über ein Abo.
InnerPulse setzt an einem anderen Punkt an. Auch InnerPulse nimmt klinische Selbsttests ernst: PHQ-9 (Depression), GAD-7 (Angst), PHQ-4 (Schnellcheck) und K10 (allgemeine psychische Belastung) sind direkt in der App, mit einem 3-Stufen-Flag-System und Krisen-Kontakten für die DACH-Region bei akuter Belastung. Der Unterschied liegt in der Bauweise: kein Konto, keine Cloud, alles bleibt auf dem Gerät, Einmalkauf statt Abo. Und statt geführter Kurse bekommst du eine Korrelations-Engine, die deine eigenen Daten in Klartext-Sätze übersetzt.
Diese Seite erklärt ehrlich, wann MindDoc die bessere Wahl ist und wann InnerPulse.
| Feature | InnerPulse | MindDoc |
|---|---|---|
| Positionierung | Therapie-Companion, Tracking + Analyse | Medizinisch positioniert (CE), Monitoring + Programme |
| Preis | Einmalig 4,99 €, kein Abo | Abo-Modell |
| Datenspeicher | Nur auf dem Gerät, kein Konto | Account + Cloud |
| Klinische Screenings | PHQ-9, GAD-7, PHQ-4, K10 (im UI) | Laufendes Monitoring + Fragebögen |
| Geführte Kurse/Übungen | Keine (bewusst) | Ja, Kernfunktion |
| Analyse | On-Device-Korrelations-Engine, Klartext-Insights | Verlaufs-Monitoring |
| Stimmungsskala | 1-10 + 5 Subdimensionen | Wiederkehrende Stimmungs-Check-ins |
| Einflussfaktoren | 100+ vordefiniert, Intensität, Korrelation | Begrenzt |
| Export für Therapie | CSV pro Frage, JSON, PDF-Report | Variiert |
| Plattform | iPhone + Apple Watch | iOS + Android |
| Datenschutz | 100% on-device, kein Tracking-SDK, DSGVO-nativ | Konto- und Cloud-basiert |
MindDocs Kernstärke: Begleitung mit Struktur
MindDocs Stärke ist die Führung. Du wirst nicht allein mit deinen Daten gelassen, sondern durch wiederkehrende Stimmungs-Check-ins, Verlaufs-Monitoring und geführte Kurse und Übungen geleitet. Der Ansatz ist bewusst therapienah: Inhalte, die dir Schritt für Schritt etwas beibringen, kombiniert mit einem laufenden Monitoring deines Zustands. Die medizinische Positionierung als CE-Produkt ist ein echtes Signal: Hier wurde mit klinischem Anspruch gebaut.
Wenn du dir genau das wünschst, ein Programm, das dich an die Hand nimmt, dich durch Übungen führt und deinen Verlauf über ein Konto begleitet, dann ist MindDoc eine seriöse Wahl. Das ist kein Marketing-Punkt, sondern eine ehrliche Empfehlung: Für geführte Inhalte und Account-basiertes Monitoring ist MindDoc dafür gebaut, InnerPulse nicht.
InnerPulses Kernstärke: deine eigenen Daten, in Klartext übersetzt
InnerPulse führt dich nicht durch Kurse. Stattdessen wird deine eigene Datenlage zur Quelle der Einsicht. Du loggst deine Stimmung als 1-10 Score plus fünf Subdimensionen (Energie, Ruhe, Fokus, Schlafqualität, soziale Energie), wählst aus 100+ vordefinierten Faktoren in 10 Kategorien, optional mit Intensitäts-Regler. Das dauert pro Eintrag etwa zehn bis fünfzehn Sekunden.
Den Rest erledigt die Korrelations-Engine, komplett auf dem Gerät. Sie schaut auf Zusammenhänge zwischen Faktoren und Stimmung, am selben Tag und am Folgetag, und übersetzt sie in Sätze, die du sofort verstehst. Zum Beispiel: "An Tagen mit Sport hast Du 40% öfter gesund gegessen" oder "Nach Tagen mit wenig Schlaf ist Deine Stimmung am nächsten Tag niedriger". Statt einer Verlaufskurve, die du selbst deuten musst, bekommst du benannte Muster aus deinem eigenen Leben.
Dazu kommen Wochentags-Statistiken und ein Year-in-Pixels, mit dem du Saisonalität auf einen Blick siehst. Wer ein Muster vermutet, etwa saisonale Tiefs oder einen schleichenden Burnout, findet hier die Zahlen dazu.

Die gleiche klinische Ernsthaftigkeit, anders verpackt
Wichtig zu verstehen: InnerPulse macht beim Klinischen keine Abstriche. Die vier Selbsttests sind validierte Instrumente, PHQ-9, GAD-7, PHQ-4 und K10, mit einem 3-Stufen-Flag-System. Erkennt die App eine akute Belastung, blendet sie Krisen-Kontakte für die DACH-Region ein (AT 142, CH 143, DE 0800-Nummern).
Beide Apps sind dabei in einem Punkt strikt: Es geht um Beobachtung und Selbsteinschätzung, ausdrücklich nicht um eine Diagnose. Ein Fragebogen-Wert ist ein objektiver Score, keine ärztliche Beurteilung. Der Unterschied zwischen InnerPulse und MindDoc liegt also nicht im klinischen Anspruch, sondern in der Architektur drumherum.
Konto und Cloud gegen 100% on-device
Das ist der deutlichste Unterschied. MindDoc arbeitet mit Account und Cloud. Das hat Vorteile: Geräteübergreifend, Verlauf zentral gesichert, Programme an dein Konto gebunden.
InnerPulse geht den entgegengesetzten Weg. Es gibt kein Konto, keine Cloud, keine Analytics- oder Tracking-SDKs. Alle Daten liegen lokal auf dem Gerät (SwiftData). Du kannst das in wenigen Minuten mit einem Tool wie Little Snitch oder einem HTTP-Proxy selbst überprüfen, die App telefoniert nicht nach Hause. Optional gibt es eine Face-ID- oder Touch-ID-Sperre, und optionale Anbindungen an Apple Health und WeatherKit teilen Daten nur mit Apple, nicht mit uns. InnerPulse ist DSGVO-nativ und Made in Europe. Mehr dazu auf der Datenschutz-Seite.
Die ehrliche Kehrseite: Ohne eigene Cloud bist du beim Backup selbst verantwortlich. Hast du iCloud-Backup aktiv, wird die InnerPulse-Datenbank mitgesichert. Ohne iCloud-Backup oder Export ist nach Geräteverlust alles weg. Für viele Menschen, die mit Medikamenten-, Substanz- oder klinisch relevantem Symptom-Tracking arbeiten, ist genau dieses "nichts verlässt mein Handy" der entscheidende Punkt. Wer Geräteübergreifende Bequemlichkeit wichtiger findet, ist mit einem Cloud-Modell besser bedient.
Abo gegen Einmalkauf
MindDoc finanziert sich über ein Abo. Das ergibt für laufend gepflegte Inhalte und Kurse Sinn, denn ein Programm, das fortlaufend betreut wird, kostet fortlaufend.
InnerPulse kostet einmalig 4,99 €, kein Abo, keine In-App-Käufe, Family Sharing inklusive. Du zahlst einmal und besitzt die App. Wer ein Tracking- und Analyse-Werkzeug sucht und kein laufendes Programm, zahlt damit nicht jeden Monat für etwas, das er ohnehin nur als Werkzeug nutzt. Wenn dir ein abofreies Modell grundsätzlich wichtig ist, lohnt der Blick auf Mood Tracker ohne Abo.
Der Therapie-Bezug: wofür du die Daten brauchst
Hier zeigt sich der Charakter beider Apps am deutlichsten. MindDoc will selbst Teil deiner Versorgung sein, mit eigenen Übungen und Monitoring. InnerPulse versteht sich als Zulieferer für deine echte Therapie.
Der CSV-Export (auch pro Einzelfrage), JSON und der PDF-Report sind genau dafür da: Du bringst deiner Therapeutin oder deinem Psychiater strukturierte Evidenz zum Termin mit, statt aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, wie die letzten Wochen waren. Das ist besonders wertvoll, wenn du gerade auf einen Platz wartest (in Deutschland im Schnitt 142 Tage) oder zwischen Terminen Daten sammeln willst. Mehr dazu auf InnerPulse für die Therapie und für die Wartezeit auf einen Therapieplatz.

Wann zählt welche App?
MindDoc zählt, wenn:
- Du geführte Kurse und Übungen im Therapie-Stil willst, die dir Schritt für Schritt etwas beibringen.
- Du ein Account-basiertes Monitoring willst, das deinen Verlauf zentral und geräteübergreifend führt.
- Dir eine medizinische CE-Positionierung als Vertrauensanker wichtig ist.
- Du Android nutzt (InnerPulse ist iOS only).
InnerPulse zählt, wenn:
- Du klinische Screenings willst, aber ohne Konto und ohne Cloud, alles auf dem Gerät.
- Du statt geführter Kurse echte Korrelationen aus deinen eigenen Daten willst, in Klartext-Sätzen.
- Du Daten für deine echte Therapie sammelst und sie als CSV oder PDF mitnehmen willst.
- Dir ein Einmalkauf lieber ist als ein Abo.
- Du eine Apple Watch nutzt und unterwegs in Sekunden loggen willst.
Wo sie sich einig sind
Beide Apps nehmen seelische Gesundheit ernst, arbeiten mit klinisch fundierten Fragebögen und verstehen sich ausdrücklich nicht als Diagnose-Werkzeug, sondern als Unterstützung. Beide wollen, dass du regelmäßig hinschaust, statt erst im Krisenmoment.
Wenn du eher von der Casual-Seite kommst und unsicher bist, ob du ein klinisches Tool überhaupt brauchst, hilft dir vielleicht zuerst der Vergleich InnerPulse vs Daylio. Datenanalysen rund um Stimmung und Faktoren findest du außerdem im InnerPulse-Blog.
Die ehrliche Antwort
Wenn du ein geführtes Programm suchst, Kurse und Übungen, die dich an die Hand nehmen, und ein Monitoring, das über ein Konto läuft: nimm MindDoc. Dafür ist es gebaut, und es macht das ernsthaft.
Wenn du die klinische Tiefe willst, aber ohne Konto, ohne Cloud und ohne Abo, und wenn du Wert darauf legst, deine eigenen Muster in Klartext zu sehen und sie als CSV oder PDF in die echte Therapie mitzunehmen: nimm InnerPulse. Einmalig 4,99 €, alles bleibt auf deinem Gerät, und du weißt innerhalb einer Woche, ob dieser Ansatz zu dir passt.
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