Sprache
← InnerPulse Use Case

InnerPulse bei Burnout: Belastung und Erschöpfung sichtbar machen

Eine ruhige Art, den Zusammenhang von Arbeitslast und Energie über Wochen festzuhalten: Belastungs-Faktoren neben Stimmung und Energie, K10 als allgemeines Screening und ein Export für Hausärztin oder Therapie. Selbstbeobachtung, ausdrücklich keine Diagnose.

Burnout schleicht sich an. Es gibt selten den einen Tag, an dem klar wird "jetzt ist es zu viel". Stattdessen verschiebt sich über Wochen etwas: Der Feierabend reicht nicht mehr zur Erholung, das Wochenende fühlt sich kürzer an, die Energie kommt morgens nicht zurück. Genau weil das so graduell passiert, ist es schwer zu greifen, und genau dafür ist tägliches, ehrliches Festhalten nützlich.

InnerPulse ist ein Werkzeug zur Selbstbeobachtung, kein Diagnose-Tool. Es kann dir helfen, den Zusammenhang zwischen Arbeitslast und deinem Befinden über die Zeit sichtbar zu machen, frühe Erschöpfungszeichen früher zu bemerken und etwas Konkretes mit zur Hausärztin oder in die Therapie zu nehmen. Diese Seite zeigt, wie du InnerPulse konkret dafür einsetzt, ohne dass daraus zusätzlicher Druck entsteht.

Vorab: Burnout, Diagnose und Ehrlichkeit

Eine wichtige Einordnung gleich am Anfang: Burnout ist im engeren Sinn keine eigenständige psychiatrische Diagnose wie eine Depression. In der ICD-11 ist es als Phänomen im Kontext der Arbeit beschrieben, nicht als Krankheit. Was sich hinter Erschöpfungssymptomen verbirgt, kann sehr unterschiedlich sein, etwa eine depressive Episode, eine Angststörung oder eine körperliche Ursache.

Das heißt für dich: InnerPulse stellt keine Diagnose und sagt dir nicht, ob du ein Burnout "hast". Es liefert Selbstbeobachtung, also dokumentierte Hinweise auf dein Befinden, die du mit Fachleuten besprechen kannst. Bei akuter Belastung blendet die App Krisen-Kontakte für den DACH-Raum ein (AT 142, CH 143, DE 0800-Nummern). Wenn es dir akut sehr schlecht geht, sind diese Nummern und der Notruf der richtige Weg, nicht eine App.

Der Kern: Arbeitslast neben Energie und Stimmung

Das aussagekräftigste Muster bei Erschöpfung ist der Zusammenhang zwischen Belastung und Befinden. InnerPulse macht genau diese beiden Seiten gleichzeitig erfassbar.

Auf der Belastungs-Seite kannst du aus über 100+ vordefinierten Faktoren wählen oder eigene anlegen, zum Beispiel "Überstunden", "lange Meetings", "Deadline", "Reisetag" oder "kein Feierabend". Faktoren lassen sich mit einem Intensitäts-Regler von 1 bis 5 versehen, sodass nicht nur "Arbeit ja/nein" zählt, sondern auch wie viel.

Auf der Befindens-Seite stehen der 1-10 Stimmungs-Score und fünf Subdimensionen, von denen zwei für Burnout besonders sprechend sind:

  • Energie ist oft das erste, was nachlässt. Eine Linie, die über Wochen sinkt, ist ein deutlicheres Zeichen als ein einzelner schlechter Tag.
  • Ruhe zeigt, ob du wirklich abschalten kannst oder innerlich weiterläufst.
InnerPulse Tageseintrag mit Energie und Belastungs-Faktoren zur Burnout-Beobachtung

Korrelation: was deine Daten dir zeigen können

InnerPulse hat eine Korrelations-Engine, die vollständig auf dem Gerät läuft und deine eigenen Einträge auswertet. Sie sucht Zusammenhänge zwischen Faktoren und Befinden und formuliert sie als Klartext-Sätze, sowohl für denselben Tag als auch mit zeitlichem Versatz auf den Folgetag.

Konkret kann so etwas sichtbar werden wie "an Tagen mit Überstunden ist deine Energie im Schnitt niedriger" oder "nach Tagen mit hoher Belastung ist deine Stimmung am nächsten Tag niedriger". Das ist keine Diagnose und keine Vorhersage, sondern eine Beobachtung über deine eigene Vergangenheit. Aber gerade bei Erschöpfung ist diese Rückkopplung wertvoll, weil sie etwas bestätigt oder widerlegt, das im Alltag nur ein Gefühl ist. Mehr zu solchen Auswertungen findest du im InnerPulse-Blog.

K10 als allgemeines Belastungs-Screening

Für Erschöpfung und allgemeine psychische Belastung ist der K10 ein passender Selbsttest. Er fragt nach Anzeichen von Anspannung, Nervosität, Niedergeschlagenheit und Erschöpfung über die letzten Wochen und liefert einen objektiven Score, keine Diagnose.

Der K10 eignet sich gut, weil er nicht auf ein einzelnes Krankheitsbild festgelegt ist, sondern allgemeine Belastung erfasst, also genau das, was sich bei Burnout aufbaut. InnerPulse enthält außerdem PHQ-9 (Depression), GAD-7 (Angst) und PHQ-4 (Schnellcheck). Wenn du den K10 etwa alle ein bis zwei Wochen ausfüllst, bekommst du eine zweite, strukturierte Linie neben dem täglichen Tracking. Steigt der Wert über die Zeit, ist das ein klarer Anlass, das Thema mit einer Fachperson zu besprechen. Stößt ein Screening auf Hinweise auf akute Belastung, zeigt die App die Krisen-Kontakte an.

Trends über Zeit statt Tagesform

Ein einzelner erschöpfter Tag bedeutet wenig. Burnout zeigt sich im Verlauf. InnerPulse macht genau diesen Verlauf sichtbar.

InnerPulse Trend- und Year-in-Pixels-Ansicht zur Erkennung von Erschöpfung über Wochen

In den Auswertungen siehst du Stimmungs- und Energietrends über Wochen und Monate, Wochentags-Statistiken (ist der Montag systematisch schlechter, kippt es gegen Donnerstag?) und die Year-in-Pixels-Ansicht, die ein ganzes Jahr als Raster zeigt. Eine Energielinie, die über zwei Monate langsam absinkt, ist ein Frühzeichen, das im Alltag untergeht, im Chart aber kaum zu übersehen ist. Das ist die Vogelperspektive, die du brauchst, um nicht erst beim Zusammenbruch zu reagieren.

Erschöpfungs-Frühzeichen früher bemerken

Der eigentliche Gewinn liegt darin, früher etwas zu merken. Wenn deine Energie-Linie seit Wochen fällt, deine Ruhe-Werte niedrig bleiben und parallel die Belastungs-Faktoren hoch sind, ist das ein Muster, das du nicht ignorierst, nur weil ein einzelner Tag gerade okay war.

InnerPulse trifft hier keine Entscheidungen für dich und gibt keine Warnung im Sinne einer Diagnose aus. Es macht das Muster sichtbar, damit du selbst und gemeinsam mit Fachleuten früher handeln kannst, etwa indem du Pausen einplanst, das Gespräch mit der Hausärztin suchst oder einen Therapieplatz anfragst. Wenn du gerade auf einen Platz wartest, gibt dir das Tracking in der Zwischenzeit Struktur und Evidenz.

Anti-Guilt: kein zusätzlicher Druck

Das Letzte, was ein erschöpfter Mensch braucht, ist eine App, die zusätzlichen Druck macht. InnerPulse ist bewusst so gebaut, dass es leichtfällt, sie zu öffnen, auch an schlechten Tagen.

Es gibt keine Streaks und keine Achievements. Wer drei Tage nicht eingetragen hat, verliert nichts und bekommt keinen Mahn-Effekt. Ein Eintrag dauert rund zehn Sekunden, über das Sperrbildschirm-Widget reicht ein Tipp, und verpasste Tage lassen sich nachtragen. Das Prinzip dahinter: Ein Werkzeug zur Selbstfürsorge darf nicht selbst zur Belastung werden. Wer das Thema mag, findet im Blog mehr dazu, warum wir bewusst auf Streak-Mechanik verzichten.

CSV und PDF für Hausärztin oder Therapie

Der praktische Sinn ist, mit etwas Greifbarem in die Sprechstunde zu gehen. InnerPulse exportiert deine Daten als CSV (auch pro Einzelfrage), als JSON und als übersichtlichen PDF-Report.

Statt "ich bin in letzter Zeit einfach erschöpft" kannst du einen Verlauf zeigen: sinkende Energie über acht Wochen, steigender K10, parallel hohe Belastungs-Faktoren. Das macht ein erstes Gespräch konkreter und hilft der Fachperson, schneller einzuschätzen, ob mehr dahintersteckt. Der Export enthält den Hinweis, dass es sich um Selbstbeobachtung handelt, nicht um eine Diagnose.

Ein mögliches Tracking-Muster

  • Täglich (zehn Sekunden): Mood-Score plus Energie und Ruhe, dazu die wichtigsten Belastungs-Faktoren des Tages.
  • Belastung mit Intensität: nicht nur "Arbeit", sondern wie viel, über den 1-5-Regler.
  • Alle ein bis zwei Wochen: ein K10 an einem festen Tag.
  • Monatlich: Trends und Year-in-Pixels anschauen, ohne dich an einzelnen Tagen festzubeißen.
  • Vor dem Termin: PDF oder CSV exportieren und mitnehmen.

Was InnerPulse ausdrücklich nicht ist

  • Kein Diagnose-Tool. Es stellt kein Burnout, keine Depression und keine Angststörung fest.
  • Kein Behandlungsersatz. Therapie, ärztliche Abklärung und gegebenenfalls Veränderungen im Arbeitskontext ersetzt es nicht.
  • Kein Krisendienst. Bei akuter Not zählen Notruf und Krisen-Nummern.
  • Keine Leistungsbewertung. Es misst nicht, ob du "genug arbeitest", sondern wie es dir dabei geht.

Privatsphäre, gerade bei arbeitsbezogenen Daten

Notizen über Arbeitslast, Stress und Befinden sind sensibel, besonders wenn es um den Job geht. InnerPulse speichert alles ausschließlich auf dem Gerät (SwiftData), ohne Konto, ohne eigene Cloud, ohne Tracking-SDKs. Niemand, auch kein Arbeitgeber, hat darüber Zugriff auf deine Daten. Optional kannst du die App per Face ID oder Touch ID sperren. Mehr dazu unter Datenschutz bei InnerPulse.

Ehrlich dazugesagt: Ohne iCloud-Backup oder eigenen Export ist nach Geräteverlust alles weg. Regelmäßige Exporte dienen also auch als Sicherung.

Nächste Schritte

Wenn du das Tracking gezielt für die Therapie aufbauen willst: InnerPulse in der Therapie.

Wenn deine Tiefs eher jahreszeitlich kommen: InnerPulse bei saisonaler Depression.

Wenn du eine kostenlose Stoiker-Reflexions-App in Betracht ziehst: InnerPulse vs Stoic.

InnerPulse kostet einmalig 4,99 € im App Store. Kein Abo, kein Konto, keine Cloud. Es nimmt dir keine Diagnose ab und ersetzt keine Behandlung. Es gibt dir aber einen ruhigen, ehrlichen Verlauf, der dir hilft, Erschöpfung früher zu sehen und das Richtige rechtzeitig anzugehen.

Versteh, was deine Stimmung beeinflusst

Klinische Tests, 100+ Einflussfaktoren, komplett offline. Einmalkauf.

Im App Store laden