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InnerPulse bei bipolarer Störung: Schwankungen dokumentieren

Eine strukturierte Art, Stimmungsschwankungen über Wochen und Monate festzuhalten: 1-10 Score plus fünf Subdimensionen, Schlaf als Frühwarn-Faktor und ein CSV- oder PDF-Export für den Termin bei der Psychiaterin. Selbstbeobachtung, ausdrücklich keine Diagnose.

Bei einer bipolaren Störung passiert das Entscheidende zwischen den Terminen. Eine Episode baut sich über Tage oder Wochen auf, und rückblickend ist sie schwer zu rekonstruieren: Wann fing der Schlaf an, sich zu verkürzen? Wann kippte die Energie? Wann wurde aus produktiv getrieben? Genau diese Verläufe sind es, die deine Psychiaterin sehen will, und genau die fallen dem Gedächtnis am schwersten.

InnerPulse ist ein Werkzeug zur Selbstbeobachtung zwischen den Terminen. Es ersetzt keine Diagnose und keine Behandlung. Was es kann: einen 1-10 Stimmungs-Score plus fünf Subdimensionen täglich in zehn Sekunden festhalten, Schlaf und andere Faktoren als mögliche Frühzeichen sichtbar machen und am Ende einen sauberen Export liefern, den du in die Sprechstunde mitnehmen kannst. Diese Seite zeigt konkret, wie du InnerPulse dafür einsetzt.

Vorab: was diese Seite ist und was nicht

Das hier ist kein medizinischer Ratgeber und kein Diagnose-Tool. InnerPulse erstellt keine Diagnose, stellt keine bipolare Störung fest und gibt keine Behandlungsempfehlung. Eine bipolare Störung wird von Fachärzt:innen diagnostiziert und behandelt, nicht von einer App.

Was InnerPulse leistet, ist Beobachtung und Selbsteinschätzung: Du dokumentierst, wie es dir geht, und bringst diese Dokumentation in die Behandlung ein. Bei akuter Belastung blendet die App Krisen-Kontakte für den DACH-Raum ein (AT 142, CH 143, DE 0800-Nummern). Wenn du dich in einer Krise befindest, nutze diese Nummern oder den Notruf, nicht eine Tracking-App.

Warum tägliches Festhalten bei Bipolar einen Unterschied macht

Stimmungstagebücher (oft "Mood Charting" genannt) gehören seit Langem zum Selbstmanagement bei bipolaren Störungen. Der Grund ist einfach: Das Gedächtnis glättet. In einer leicht gehobenen Phase fühlt sich vieles normal an, in einer depressiven Phase erscheint rückblickend alles düster. Tägliche Einträge, die in dem Moment entstehen, sind weniger verzerrt als die Erinnerung zwei Wochen später.

InnerPulse ist bewusst auf niedrige Hürden gebaut. Ein Eintrag dauert rund zehn Sekunden, über das Sperrbildschirm-Widget reicht ein Tipp. Es gibt keine Streaks und keine Druck-Mechanik, denn ein Werkzeug, das dich durch eine depressive Phase begleiten soll, darf sich nicht wie eine weitere Pflicht anfühlen, an der du scheitern kannst. Verpasste Tage kannst du nachtragen.

Der 1-10 Score plus fünf Subdimensionen

Eine bipolare Schwankung ist mehr als "gut" oder "schlecht". Eine hypomane Phase kann sich durch hohe Energie bei wenig Ruhe zeigen, eine depressive durch niedrige Energie und niedrige soziale Energie. Ein einzelner Smiley fängt das nicht.

InnerPulse erfasst neben dem 1-10 Gesamt-Score fünf Subdimensionen:

  • Energie steigt in (hypo)manen Phasen oft als Erstes, manchmal bevor die Grundstimmung sich verändert.
  • Ruhe sinkt bei innerer Unruhe und Getriebenheit, ein häufiges Frühzeichen.
  • Fokus schwankt in beide Richtungen: gehetzt-sprunghaft nach oben, blockiert-grüblerisch nach unten.
  • Schlafqualität ist bei vielen Menschen mit bipolarer Störung der sensibelste Indikator (dazu gleich mehr).
  • Soziale Energie zeigt Rückzug in der Depression und übermäßige Geselligkeit in der Hypomanie.

Über Wochen entsteht so kein einzelner Punkt, sondern fünf Linien. Eine Phase, in der Energie und soziale Energie nach oben gehen, während Ruhe und Schlafqualität fallen, ist ein viel lesbareres Bild als "Stimmung war hoch".

InnerPulse Tageseintrag mit 1-10 Score und fünf Subdimensionen zur Erfassung bipolarer Schwankungen

Schlaf als Frühwarn-Faktor

Bei vielen Menschen mit bipolarer Störung ist eine Veränderung des Schlafs eines der frühesten beobachtbaren Signale. Verkürzter Schlaf kann einer gehobenen Phase vorausgehen, vermehrtes Schlafbedürfnis einer depressiven. Das ist ein Zusammenhang, den viele Betroffene und Behandler:innen kennen, und genau hier hilft konsequentes Festhalten.

In InnerPulse kannst du Schlaf doppelt abbilden: über die Subdimension Schlafqualität und über Faktoren (etwa "wenig Schlaf", "früh aufgewacht"). Faktoren lassen sich mit einem Intensitäts-Regler von 1 bis 5 versehen. Die On-Device-Korrelations-Engine arbeitet auch mit zeitlichem Versatz: Sie kann Muster wie "nach Tagen mit wenig Schlaf ist die Stimmung am Folgetag niedriger" als Klartext-Satz sichtbar machen. Das ist eine Beobachtung über deine eigenen Daten, keine Vorhersage und kein klinisches Urteil, aber es kann dir und deiner Behandlerin helfen, früher auf eine Veränderung zu achten.

Wenn du tiefer in Datenmuster einsteigen willst, sammeln wir solche Analysen im InnerPulse-Blog.

Medikation: nur das Timing, keine Wirksamkeitsaussage

Medikamente spielen in der Behandlung der bipolaren Störung eine zentrale Rolle, und Einstellungen oder Umstellungen sind oft die unsicherste Zeit. InnerPulse erlaubt dir, Medikations-Faktoren zeitlich zu erfassen: ab wann du etwas nimmst, wann sich eine Dosis ändert, wann du etwas absetzt (immer in Absprache mit deiner Ärztin).

Wichtig und bewusst begrenzt: InnerPulse macht ausschließlich Aussagen über zeitliche Zusammenhänge, niemals über Wirksamkeit. Die App sagt dir nicht, ob ein Medikament "wirkt", und gibt keine Einnahmeempfehlung. Sie zeigt dir nur deinen eigenen dokumentierten Verlauf, etwa dass dein Schlaf in den Wochen nach einer Umstellung stabiler oder unruhiger eingetragen war. Was das bedeutet, beurteilt deine Behandlerin. Die Kategorie für Medikation enthält dafür einen verpflichtenden Hinweis, und derselbe Disclaimer steht im PDF-Report.

Wenn Medikation für dich ein Schwerpunkt ist, lies InnerPulse zur Medikamenten-Dokumentation.

Year-in-Pixels: Episoden-Muster über Monate sehen

Eine einzelne Woche sagt bei einer bipolaren Störung wenig. Das Interessante sind die Muster über Monate: Wie lang waren Phasen, wie sahen die Übergänge aus, gibt es saisonale Tendenzen?

InnerPulse Year-in-Pixels und Stimmungsverlauf zur Erkennung von Episoden-Mustern über Monate

Die Year-in-Pixels-Ansicht zeigt jeden Tag als ein farbiges Feld, ein ganzes Jahr auf einen Blick. Wochenlange Hochs und Tiefs werden als zusammenhängende Farbflächen sichtbar, kurze Stimmungsschwankungen als einzelne Ausreißer. Das ist genau die Vogelperspektive, die im Alltag verloren geht und die in der Sprechstunde oft die hilfreichste Übersicht ist. Ergänzend gibt es Wochentags-Statistiken und Stimmungstrends.

CSV und PDF für den Termin bei der Psychiaterin

Der praktische Sinn des Trackings ist, etwas in die Hand zu bekommen, das du teilen kannst. InnerPulse exportiert deine Daten als CSV (auch pro Einzelfrage), als JSON und als klinisch gestalteten PDF-Report.

So kannst du in die nächste Sprechstunde nicht mit "die letzten Wochen waren irgendwie durchwachsen" gehen, sondern mit einem Verlauf: Stimmungs-Timeline, Subdimensionen, Schlaf-Faktoren, Medikations-Zeitpunkte. Das macht das Gespräch konkreter und spart Zeit. Der Export enthält den Hinweis, dass es sich um Selbstbeobachtung handelt, nicht um eine Diagnose.

K10, PHQ-9 und GAD-7 als optionale Selbsteinschätzung

Neben dem täglichen Tracking enthält InnerPulse vier validierte Selbsttests: PHQ-9 (Depression), GAD-7 (Angst), PHQ-4 (Schnellcheck) und K10 (allgemeine psychische Belastung). Sie liefern objektive Scores, keine Diagnosen.

Für die depressive Seite einer bipolaren Störung kann ein regelmäßiger PHQ-9 (etwa wöchentlich) den Schweregrad der niedrigen Phasen in Zahlen fassen. Beachte: Diese Screenings sind nicht spezifisch für Bipolarität und erfassen die manische Seite nicht. Sie sind eine Ergänzung zur Selbstbeobachtung, kein Bipolar-Test. Stößt der PHQ-9 auf das Item zu Suizidgedanken, zeigt die App die Krisen-Kontakte an.

Ein mögliches Tracking-Muster

  • Täglich (zehn Sekunden): Mood-Score plus fünf Subdimensionen. Auch die schlechten und die "zu guten" Tage eintragen, beide gehören zum Bild.
  • Schlaf bewusst markieren: kurze oder unruhige Nächte als Faktor, bei Bedarf mit Intensität.
  • Medikation als Zeitpunkt festhalten: Beginn, Dosisänderung, Absetzen, immer ärztlich begleitet.
  • Optional wöchentlich: ein PHQ-9 oder K10 an einem festen Tag.
  • Vor dem Termin: PDF oder CSV exportieren und mitnehmen.

Was InnerPulse ausdrücklich nicht ist

  • Kein Diagnose-Werkzeug. Eine bipolare Störung festzustellen ist Sache der Fachärztin, nicht der App.
  • Kein Behandlungsersatz. Medikation, Psychotherapie und ärztliche Begleitung ersetzt InnerPulse nicht.
  • Kein Krisendienst. Bei akuter Gefahr zählen Notruf und Krisen-Nummern, nicht eine App.
  • Keine Wirksamkeitsaussage zu Medikamenten. Nur zeitliche Dokumentation, die Beurteilung liegt bei der Behandlerin.

Diese Ehrlichkeit ist Teil der Positionierung von InnerPulse als Begleiter zwischen Terminen, nicht als Pseudo-Klinik.

Privatsphäre, weil diese Daten besonders sensibel sind

Stimmungs- und Medikationsdaten gehören zum Sensibelsten, was du auf deinem Telefon hast. InnerPulse speichert alles ausschließlich auf dem Gerät (SwiftData), ohne Konto, ohne eigene Cloud, ohne Tracking-SDKs. Das lässt sich mit einem Netzwerk-Monitor in Minuten überprüfen. Optional kannst du die App mit Face ID oder Touch ID sperren. Mehr dazu unter Datenschutz bei InnerPulse.

Eine Kehrseite gehört dazu: Ohne iCloud-Backup oder eigenen Export sind deine Daten nach einem Geräteverlust weg. Regelmäßige Exporte sind also nicht nur für den Termin sinnvoll, sondern auch als Sicherung.

Nächste Schritte

Wenn du die Dokumentation gezielt für die Therapie aufbauen willst: InnerPulse in der Therapie.

Wenn Medikation dein Schwerpunkt ist: Medikamenten-Dokumentation mit InnerPulse.

Wenn du dich fragst, wie sich InnerPulse von einer Casual-Mood-App unterscheidet: InnerPulse vs Daylio.

InnerPulse kostet einmalig 4,99 € im App Store. Kein Abo, kein Konto, keine Cloud. Es nimmt dir keine Diagnose ab und ersetzt keine Behandlung. Es gibt dir aber einen ehrlichen, strukturierten Verlauf, den du zwischen den Terminen führst und im Termin teilen kannst.

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