Stoic ist eine schön gestaltete App rund um Journaling, Stimmung und Achtsamkeit. Du bekommst geführte Schreibimpulse, Check-ins für deine Verfassung und eine Sammlung von Übungen, die dir helfen sollen, klarer zu denken und ruhiger zu werden. In neueren Versionen kommen KI-gestützte Reflexionsfunktionen dazu. Für viele Menschen ist das ein angenehmer, ruhiger Raum für tägliche Selbstreflexion.
InnerPulse setzt woanders an. Es ist ein Therapie-Companion und kein geführtes Journal. Statt dich beim Schreiben zu begleiten, misst es deine Stimmung in Zahlen, lässt dich klinische Selbsttests machen und rechnet auf dem Gerät aus, welche Faktoren deine Verfassung wirklich beeinflussen. Es gibt keine KI in der Cloud und keinen Account. Diese Seite erklärt ehrlich, wann Stoic die bessere Wahl ist und wann InnerPulse.
| Feature | InnerPulse | Stoic |
|---|---|---|
| Positionierung | Therapie-Companion | Journaling + Achtsamkeit |
| Kernidee | Klinische Messung und Korrelation | Geführtes Schreiben und Reflexion |
| Klinische Screenings | PHQ-9, GAD-7, PHQ-4, K10 | Keine validierten Instrumente |
| Stimmungsskala | 1-10 + 5 Dimensionen | Stimmungs-Check-in |
| Analyse | On-Device-Korrelations-Engine, Lag-Analyse | Reflexion, Trends |
| KI | Keine (bewusst, keine Cloud-KI) | Teils KI-gestützte Features |
| Achtsamkeitsübungen | Keine (Fokus auf Messung) | Ja, Kern des Angebots |
| Datenspeicher | Nur auf dem Gerät, kein Account | Account/Cloud-basiert |
| Therapie-Export | CSV pro Einzelfrage, JSON, PDF-Report | Journal-Export, nicht klinisch |
| Preis | Einmalig 4,99 € | Abo-Modell |
| Zielgruppe | Menschen, die Symptome messbar machen wollen | Wer geführte Prompts und Achtsamkeit sucht |
Stoics Kernstärke: geführte Reflexion
Stoic ist gut darin, das Schreiben in Gang zu bringen. Vor einem leeren Tagebuch sitzen viele Menschen ratlos, und genau hier setzt Stoic an: Es stellt dir Fragen, gibt dir Impulse am Morgen und am Abend, und führt dich durch kurze Übungen, die helfen, Gedanken zu ordnen. Die KI-Funktionen können das Geschriebene aufgreifen und zurückspiegeln, was sich für manche wie ein ruhiges Gespräch mit sich selbst anfühlt.
Wenn dein Ziel ist, eine Schreib- und Achtsamkeitspraxis aufzubauen, dann ist das ein starkes Angebot. Stoic verbindet Stimmung, Worte und Übung in einem Raum, der zum Verweilen einlädt. Es geht weniger um Zahlen und mehr um Sprache, Innehalten und das langsame Verstehen der eigenen Muster durch Schreiben.
InnerPulses Kernstärke: messen statt formulieren
InnerPulse hat ein anderes Ziel. Es will deine Verfassung nicht in Worte fassen, sondern in Daten, die du und deine Behandlerin lesen könnt. Statt eines Schreibimpulses bekommst du einen 1-10 Score plus fünf Subdimensionen (Energie, Ruhe, Fokus, Schlafqualität, soziale Energie). Ein Tagebuchtext ist möglich, aber er ist die Ergänzung, nicht der Kern.
- Die Korrelations-Engine läuft komplett auf dem Gerät und wertet 100+ Einflussfaktoren aus. Sie zeigt Zusammenhänge in Klartext, auch über den Tag hinaus, etwa "Nach Tagen mit wenig Schlaf ist Deine Stimmung am nächsten Tag niedriger". Diese Lag-Analyse ist etwas, das geführtes Journaling strukturell nicht liefert. Mehr dazu im InnerPulse-Blog.
- Die klinischen Screenings (PHQ-9, GAD-7, K10, PHQ-4) geben dir objektive Werte über die Zeit, ausdrücklich als Selbsteinschätzung und nicht als Diagnose. Sie sprechen die Sprache, die in einer Behandlung ohnehin verwendet wird.
- Der Export (CSV, JSON, PDF-Report) ist gebaut, um ihn in einen Termin mitzunehmen. Ein Journal-Export ist persönlich und wertvoll, aber nicht im klinischen Sinn auswertbar.

Der große Unterschied: keine KI, keine Cloud
Das ist der entscheidende Punkt. Stoics KI-Reflexion ist für manche der Reiz, für andere genau das Problem. Damit eine KI deine Einträge aufgreifen und beantworten kann, müssen die Inhalte in der Regel verarbeitet werden, häufig serverseitig. Stimmungs- und Tagebuchdaten gehören zum Sensibelsten, was man über sich preisgeben kann.
InnerPulse verzichtet bewusst auf KI und auf eine eigene Cloud. Es gibt keinen Account, keine Tracking-SDKs und keine Daten, die das Gerät verlassen. Die gesamte Analyse, inklusive der Korrelations-Engine, läuft lokal mit SwiftData. Du kannst das mit einem Netzwerk-Monitor wie Little Snitch in wenigen Minuten überprüfen. Wer ein Stimmungstagebuch ohne KI und ohne Cloud sucht, findet mehr Details auf der Seite privater Offline-Mood-Tracker.
Das ist kein generelles Urteil über KI. Es ist eine Entscheidung für eine bestimmte Zielgruppe: Menschen, die ihre psychischen Daten unter keinen Umständen auf fremden Servern wissen wollen, besonders wenn es um Medikamente, Substanzen oder klinisch relevante Symptome geht.
Wann zählt welche App?
Stoic zählt, wenn:
- Du eine Schreib- und Reflexionspraxis aufbauen willst und geführte Prompts dir den Einstieg erleichtern.
- Dir Achtsamkeitsübungen und ruhige Rituale wichtiger sind als harte Zahlen.
- Dich KI-gestützte Reflexion anspricht und du mit serverseitiger Verarbeitung einverstanden bist.
- Du Sprache als deinen Weg zur Selbsterkenntnis erlebst.
InnerPulse zählt, wenn:
- Du eine Diagnose hast oder vermutest und Symptome messbar dokumentieren willst, so wie deine Behandlerin sie sieht.
- Du Muster wie Erschöpfungsphasen verstehen willst, etwa im Kontext von InnerPulse bei Burnout.
- Du auf einen Therapieplatz wartest (in Deutschland im Schnitt rund 142 Tage) und der Wartezeit Struktur geben willst.
- Dir wichtig ist, dass keine KI und keine Cloud deine sensiblen Daten verarbeitet.
- Du einmal zahlen und das Werkzeug besitzen willst statt ein Abo zu pflegen.
Die Preisfrage
Stoic arbeitet mit einem Abo, das die geführten Inhalte und KI-Funktionen freischaltet. Über die Jahre summiert sich das. InnerPulse kostet einmalig 4,99 € für die gesamte App, ohne Abo, ohne In-App-Käufe, inklusive Family Sharing. Du zahlst einmal und behältst alles.
Fairerweise gilt: Wenn dir geführtes Schreiben und Achtsamkeit wichtig sind, bezahlst du bei Stoic für genau diese Inhalte, die InnerPulse nicht hat. Das Abo ist dann kein Aufschlag, sondern der Kern des Angebots. Wer dagegen vor allem messen will, bekommt das bei InnerPulse ohne laufende Kosten. Ein breiterer Blick auf Einmalkauf-Apps steht im Vergleich mit Daylio.
Klinische Abgrenzung
InnerPulse ist ein Werkzeug zur Beobachtung und Selbsteinschätzung, ausdrücklich keine Diagnose und kein Ersatz für eine Behandlung. Die Screenings liefern objektive Werte, keine Urteile. Erkennt die App eine akute Belastung, blendet sie Krisen-Kontakte für die DACH-Region ein (AT 142, CH 143, DE 0800-Nummern). Bei Faktoren wie Medikamenten zeigt InnerPulse nur zeitliche Zusammenhänge und nie Wirksamkeitsaussagen.
Die ehrliche Antwort
Wenn du eine Schreib- und Achtsamkeitspraxis aufbauen willst, wenn dir geführte Prompts den Einstieg erleichtern und KI-Reflexion dich reizt: fang mit Stoic an. Es ist ein durchdachter, schöner Raum für tägliche Selbstreflexion, und Sprache ist für viele Menschen der ehrlichste Zugang zu sich selbst.
Wenn du dagegen deine Verfassung messbar machen willst, wenn du Symptome so dokumentieren möchtest, wie deine Behandlerin sie liest, und wenn dir wichtig ist, dass keine KI und keine Cloud deine sensiblen Daten anfasst: nimm InnerPulse. Einmalig 4,99 €, alles on-device, gebaut für Menschen, die nicht nur reflektieren, sondern auch sehen wollen, was die Zahlen sagen. Mehr über die App erfährst du auf der Seite zu InnerPulse.
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