
Die Auswertung verdichtet deine Einträge zu Trends und Korrelationen. Ziel: dir zeigen, was deine Stimmung regelmäßig beeinflusst. Nichts davon ersetzt eine klinische Einschätzung. Es macht Muster sichtbar.
Zeitfilter
Oben siehst du Pills für 7 Tage, 30 Tage, 90 Tage und Alle. Der Default ist immer Alle. So siehst du zuerst das volle Bild, nicht eine zufällig leere Woche. Wechselst du den Filter, animieren sich alle Auswertungen darunter live mit.
Der Hub im Überblick
Der Hub ist die Eingangsseite des Auswertungs-Tabs. Er bündelt vier Bereiche:
- Stimmungsring mit Trend: animierter Kreisring mit deinem Mood-Durchschnitt im Zeitraum, farbcodiert von Rot über Gelb nach Grün. Daneben Trend-Pfeil und Delta zur vorherigen, gleich langen Periode.
- Sparkline und Wochenpuls: kompakte Trendlinie und ein Wochen-Snapshot mit Mood, Faktoren und Tracking-Dots pro Tag.
- Vier Detail-Kacheln: Faktoren, Wochentage, Verlauf, Fragebögen. Jede führt in eine Sub-Ansicht.
- Statistiken und Jahr in Pixeln: Regelmäßigkeits-Ring, Min/Durchschnitt/Max und eine Jahres-Heatmap.
Stimmungsring
Der Ring zeigt deinen Durchschnitt im aktuellen Zeitfilter. Die Farbe folgt dem Score: Rot für 1 bis 3, Orange für 4 bis 5, Gelb für 6 bis 7, Grün für 8 bis 10. Bei wenigen Einträgen bleibt der Ring schmal als Hinweis, dass die Datenbasis dünn ist.
Trend

Die Trend-Detailansicht zeigt deinen Stimmungsverlauf als Linie und legt eine Regressionslinie darüber. Du wählst zwischen 7-Tage-, 14-Tage- und 30-Tage-Fenster:
- Kurzes Fenster (7 Tage): reagiert schnell, zeigt aktuelle Wendepunkte.
- Mittleres Fenster (14 Tage): guter Kompromiss.
- Langes Fenster (30 Tage): zeigt langfristige Tendenz, glättet kurzfristige Schwankungen.
Oben siehst du ein Slope-Banner, etwa "Aufwärtstrend plus 0,42 Punkte pro Woche" (grün) oder "Abwärtstrend" (rot) oder "Stabil" (grau). So erkennst du langfristige Tendenzen, auch wenn die Tagesvolatilität hoch ist.
Faktoren-Einfluss

Die Faktoren-Detailansicht zeigt pro Faktor eine horizontale Capsule mit zwei Balken:
- Grauer Balken = durchschnittliche Stimmung an Tagen ohne den Faktor.
- Farbiger Balken = durchschnittliche Stimmung an Tagen mit dem Faktor. Grün bei positiver, rot bei negativer Wirkung.
Die Differenz ist der Impact. Daneben steht die Konfidenz in Prozent. Wenn ein Faktor zu selten vorkommt oder die Gegengruppe zu klein ist, dimmt die App die Kachel und schreibt "Zu wenige Daten für eine Aussage".
Basis-Faktoren vs. Impact-Faktoren
InnerPulse unterscheidet zwei Arten:
- Basis-Faktoren sind Dinge, die in mindestens 60 Prozent deiner Einträge vorkommen. Sie sind dein normaler Hintergrund. Wenig Varianz, geringer sichtbarer Einfluss. Sie werden separat angezeigt.
- Impact-Faktoren sind Dinge, die seltener passieren, aber dann deutlich wirken. Therapie, Konflikt, langer Lauf am Wochenende.
Ein Faktor, der nur zehnmal vorkommt, aber dann immer einen großen Unterschied macht, ist wichtiger als einer, der täglich auftritt und kaum etwas verändert. Tiefere Details zur Faktoren-Logik findest du im Kapitel Einflussfaktoren.
Konfidenz
Konfidenz misst, wie sicher ein Einfluss statistisch ist. Nicht wie oft er vorkommt. Die App berücksichtigt Stichprobengröße, Effektstärke und Streuung über einen Welch-t-Test mit Varianz-Shrinkage. Ein hoher Konfidenzwert heißt: der Unterschied ist unwahrscheinlich Zufall.
Drei Größen fließen ein
- Effektstärke: wie groß ist die Differenz zwischen Tagen mit und ohne Faktor?
- Stichprobengröße: wie viele Vorkommen pro Gruppe?
- Streuung: wie eng oder weit liegen die Mood-Werte um ihren jeweiligen Mittelwert?
Ein Beispiel zum Mitrechnen
Stell dir vor, du hast 30 Einträge. An 8 Tagen davon hast du Sport gemacht als Faktor gesetzt. An den restlichen 22 Tagen nicht.
- Sport-Tage: 8 Einträge, Mittelwert 7,4, Standardabweichung 2,2 (also Werte zwischen 5 und 9 mit einigem Auf und Ab).
- Nicht-Sport-Tage: 22 Einträge, Mittelwert 5,8, Standardabweichung 2,7 (Werte zwischen 3 und 9, größere Schwankung).
- Differenz der Mittelwerte: 1,6 Punkte.
Die App setzt diese Werte in die Welch-t-Test-Formel ein. Die Formel lautet:
t = (M1 - M2) / Wurzel aus (s1² / n1 + s2² / n2)
Wir setzen ein:
- s1² / n1 = 2,2² / 8 = 4,84 / 8 = 0,605
- s2² / n2 = 2,7² / 22 = 7,29 / 22 = 0,331
- Summe: 0,605 + 0,331 = 0,936
- Wurzel daraus: 0,968 (das ist der Standardfehler der Differenz)
- t = 1,6 / 0,968 = 1,65
Daneben berechnet der Welch-Test die effektiven Freiheitsgrade über die Welch-Satterthwaite-Approximation. Für unser Beispiel kommen rund 15 Freiheitsgrade heraus.
In einer Standard-t-Verteilung mit 15 Freiheitsgraden entspricht ein t-Wert von 1,65 einem zweiseitigen p-Wert von rund 0,12. Die App rechnet daraus die Konfidenz als 1 minus p, also etwa 88 Prozent.
Sie zeigt dir "Konfidenz 88 Prozent" mit grünem Indikator. Übersetzt: in rund 12 von 100 Stichproben würde dieser Effekt durch Zufall entstehen, in 88 Fällen ist der Zusammenhang echt.
Hätte dieselbe Differenz nur auf zwei Sport-Tagen basiert, würde der Standardfehler so groß, dass der t-Wert auf unter 1 fällt. Die Konfidenz sänke auf rund 40 Prozent. Zu wenig, um ihr zu vertrauen. Die App dimmt die Kachel dann und schreibt "Zu wenige Daten für eine Aussage".
Variance-Shrinkage zieht zusätzlich sehr kleine oder sehr große Streuungen in Richtung eines Mittelwerts, damit Ausreißer-Stichproben das Ergebnis nicht überdrehen.
Mit drei bis fünf Beobachtungen pro Faktor ist die Konfidenz noch niedrig. Ab zehn Beobachtungen und deutlichem Effekt klettert sie schnell. Wenn die Konfidenz dauerhaft niedrig bleibt trotz häufiger Vorkommen, ist der Effekt vermutlich klein oder schwankungsanfällig.
Wochentag-Pattern

Die Wochentag-Analyse zeigt für jeden Tag der Woche ein graues Band von Min bis Max und einen Punkt für den Median. Darunter die Anzahl der Einträge an diesem Wochentag. Eine Insight-Card am Ende fasst zusammen, etwa "Am besten Donnerstag (Durchschnitt 7,2), schwierigster Tag Montag (Durchschnitt 5,1)".
Praktisch, um Selbstfürsorge zu planen. Wenn Montage schwer fallen, lege wichtige Termine bewusst nicht dorthin.
Fragebögen-Verlauf

Hier siehst du PHQ-9, GAD-7, K10 und PHQ-4 in einem Chart. Damit die Tests vergleichbar sind, werden die Scores auf eine gemeinsame Skala von 0 (keine Belastung) bis 1 (maximale Belastung) normalisiert. Jeder Test bekommt eine eigene Farbe: PHQ-9 blau, GAD-7 orange, K10 teal, PHQ-4 indigo.
Hinter den Kurven liegen Severity-Ribbons als farblich abgestufte Bänder. So siehst du auf einen Blick, in welcher Schweregrad-Zone du dich bewegst, ohne den Zahlenwert kennen zu müssen.
Jahr in Pixeln

Die letzte Kachel öffnet eine Heatmap des Jahres. Jeder Tag bekommt sein eigenes Rechteck. Farbe gleich Durchschnitt: Grau für Tage ohne Eintrag, Rot über Gelb zu Grün für die Stimmungs-Range.
Praktisch, um auf einen Blick zu sehen, wann Tracking-Lücken waren und wann gute oder schwere Phasen lagen. Besonders eindrücklich, wenn du an Therapeutin oder Arzt zeigen willst, was über das Jahr passiert ist. Ein Tap auf einen Tag öffnet den dazugehörigen Eintrag.
Regelmäßigkeit
Der Regelmäßigkeits-Ring zeigt, an wie vielen Tagen des gewählten Zeitraums du getrackt hast. Bei "Alle" als Filter zählt der Ring ab deinem ersten Eintrag. Es gibt keine Streaks, keine Abzeichen, keine Push-Erinnerung dass du etwas verpasst hast. Der Ring ist Information, kein Druck.
Was gut zu wissen ist
- Auswertungen werden bei jedem Öffnen neu berechnet. Es gibt keinen Cache, der veraltet.
- Mindestens drei Einträge werden für sinnvolle Trends gebraucht. Mit weniger zeigt die App leere oder dezent gedimmte Kacheln.
- Korrelation ist nicht Kausalität. Die App zeigt Zusammenhänge. Die Interpretation liegt bei dir, manchmal zusammen mit deiner Therapeutin.
- Wenn du Auswertungen exportieren willst, etwa als PDF für den nächsten Termin, schau in Daten exportieren.
- Wer Fragebogen-Ergebnisse besser verstehen will, kombiniert dieses Kapitel mit Check-In-Fragebögen.